Allergie

Die Allergologie gewinnt im medizinischen Alltag ständig an Bedeutung, in den letzten Jahren entwickelte sich ein ständig wachsendes, enorm detailliertes Wissen auf diesem Sektor.
Selbstverständlich sind nicht alle Symptome, mit denen der allergologisch tätige Arzt konfrontiert wird, auch tatsächlich auf eine Allergie zurückzuführen. Um eine "Allergie" bzw. Sensibilisierung nachzuweisen und auch auszuschließen und eine individuell effektive Abklärung, Beratung und Behandlung durchzuführen, ist daher das Wissen um sämtliche verfügbaren Möglichkeiten erforderlich.

Allergien werden häufig einfach als unangenehm empfunden. Viele leiden darunter, ohne etwas dagegen zu unternehmen. Ein Heuschnupfen muss jedoch nicht immer nur ein Heuschnupfen bleiben, eine Ausweitung der Symptomatik auf die unteren Atemwege ist durchaus möglich (Asthma bronchiale, sogenannter Etagenwechsel).

Bis zu 20% der Bevölkerung leiden an Allergien. Insektengiftallergien, Arzneimittel- und Nahrungsmittelallergien können eventuell lebensbedrohlich sein.
  
Kontaktekzeme können die betroffenen Patienten im privaten als auch im beruflichen Alltag sehr einschränken, was bis zum Berufswechsel führen kann.

Die entsprechenden diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen sollten daher unbedingt immer rechtzeitig, also so bald als möglich, eingeleitet werden. In meiner Ordination beschäftige ich mich mit der Abklärung, Beratung und Therapie von Patienten mit


  • Typ-I-Reaktionen (ausgelöst durch Pollen, Haustiere, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel, Insektengifte, Latex etc.)
  • Typ-IV-Reaktionen (ausgelöst durch Kontaktallergene wie Nickel, Duftstoffe, Kosmetika, Konservierungsmittel, topischeArzneistoffe etc.)
  • beruflich bedingten Kontaktekzemen und
  • Neurodermitis (synonym: atopisches Ekzem, endogenesEkzem).

 


  • Keine Krankheit hat in den industrialisierten Ländern im Verlauf der letzten Jahrzehnte derart zugenommen wie "die Allergie".
  • Der Begriff Allergie stammt aus dem Griechischen und wurde 1906 vom Wiener Arzt Clemens von Pirquet erstmals verwendet.
  • Allergie bedeutet, dass der Organismus auf bestimmte Substanzen (=Allergene) "anders" reagiert. Es kommt zu einer spezifischen Änderung der Reaktionsfähigkeit des Immunsystems gegenüber - zumeist - körperfremden, eigentlich unschädlichen Substanzen, die als Allergene erkannt werden.
  • Nach der sogenannten Sensibilisierungsphase (Erstkontakt) treten dann bei erneutem Kontakt mit dem Allergen die jeweils typischen Symptome auf.
  • Verschiedene Formen der Allergie werden unterschieden (4 Typen), die weitaus häufigsten sind die Allergie vom "Soforttyp" (= Typ I-Reaktion) - den meisten bekannt in Form des sogenannten "Heuschnupfens" - und die Allergie vom Spättyp (= Typ IV-Reaktion), in Form des allergischen Kontaktekzems.
  • Solange die Allergene gemieden werden (sogenannte Allergenkarenz), bleibt der Patient beschwerdefrei. Kommt es jedoch erneut zum Kontakt mit dem Allergen (sogenannte Allergenexposition), treten die Symptome wieder auf.
  • Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, dass die Beschwerdesymptomatik bei nicht behandelten Pollenallergikern von Jahr zu Jahr geringer wird, eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht. Im Gegenteil, häufig treten plötzlich nach Jahren asthmatische Beschwerden auf. Der gefürchtete "Etagenwechsel" ist eingetreten, der Patient leidet nun auch an Asthma bronchiale.
  • Unter einem Etagenwechsel versteht man eine sukzessive Ausweitung der ursprünglichen Symptome auf die unteren Atemwege (Asthma bronchiale). Symptome, wie rote juckende, tränende Augen, Niesattacken, behinderte Nasenatmung, Juckreiz an der Mund- und Rachenschleimhaut (oftmals auch pollen-assoziiert), Atemnot und Asthma bronchiale bei Inhalationsallergien, sowie quälender Juckreiz und Ekzeme bei allergischen Kontaktekzemen können die Lebensqualität im beruflichen und privaten Umfeld erheblich einschränken.
  • Die überwiegende Zahl der Allergien (Heuschnupfen, Asthma bronchiale, aber auch Kontaktallergien) nimmt einen chronischen Verlauf.
  • Die entsprechende Abklärung und Beratung über erforderliche Therapie- und Karenzmaßnahmen sollte unbedingt durch einen allergologisch ausgebildeten Facharzt erfolgen.
  • WICHTIG: Die Einleitung einer spezifischen Immuntherapie sollte rechtzeitig erfolgen, da nur so die Entwicklung eines Asthma bronchiale verhindert werden kann (s.o.).
  • Den Patienten sollte klar sein, dass sowohl Abklärung, als auch sich daraus ergebende Therapiemaßnahmen gelegentlich sehr zeitaufwendig sein und auch von Seiten des Patienten viel Geduld und guten Willen erfordern können.
  • Bei Abschluß einer Testung liegen häufig mehrere positive Testergebnisse vor, was Patienten zutiefst verunsichern kann. Plötzlich sehen sie sich mit der Tatsache konfrontiert, dass sie ja praktisch "auf alles allergisch" sind. WICHTIG: Nicht jedes positive Testergebnis muss für Sie auch tatsächlich von Bedeutung (bzw. relevant) sein!
  • Positive Testergebnisse werden leider überdurchschnittlich häufig als für den Patienten bedeutsam gewertet bzw. ihre Bedeutung wird nicht weiter erläutert (kommentiert).
  • Die richtige Interpretation positiver Testergebnisse stellt einen wesentlichen Aspekt in der allergologischen Abklärung dar. Viele Patienten wenden sich in weiterer Folge enttäuscht von der "Schulmedizin" ab und den teilweise sehr fragwürdigen diagnostisch-therapeutischen - vor allem kostenintensiven - Methoden der "Alternativmedizin" zu. Entsprechende beratende Funktion und teils hocheffektive spezifische therapeutische Maßnahmen, die ein Arzt mit allergologischer Expertise setzen könnte, bleiben somit leider aus.



Dr.med. Christiane Szolar-Platzer | Ärztezentrum Privatklinik Graz Ragnitz, Berthold-Linder-Weg 15, 8047 Graz
Telefon: 0664/5041211| Fax: 0316/9191-2125 | E-Mail: christiane.szolar@allergie-haut.at